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Biografische Inhalte?

Wie schon im letzten Blogartikel angekündigt, möchte ich mich heute mal der Frage widmen, wie viele biografische Inhalte meine Romane haben.

Einige meiner Romane und Geschichten haben erotische Inhalte. Und da tauchte diese Frage nach den biografischen Inhalten bisher immer wieder auf. Vor zwei, drei Jahren noch habe ich immer gesagt: „Irgendwann werde ich den Thriller veröffentlichen, der gerade noch in Arbeit ist. Mal sehen ob ich dann auch nach biografischen Inhalten gefragt werde …“ 

Vor Kurzem wurde ich dann aber recht nachdenklich. Ich saß mit einem guten Freund bei einem netten Abendessen zusammen. Und er fragte mich auch nach biografischen Inhalten. Ihm ging es um die Story in „Mit Haut und Haar“. Auch das konnte ich abschmettern, und zwar wahrheitsgemäß, denn diese Story wurde in den letzten Monaten von mir zwar abschließend noch mal gründlich überarbeitet, ist aber vor der Trennung entstanden, auf die er mit seiner Frage anspielte. Und zwar recht lange davor. Ich bin nicht Clarissa und würde mich völlig anders verhalten als sie es in der Geschichte tut. Daniel ist ein völlig anderer Mensch als es der Ex um den es in dieser Frage ging, ist oder gewesen ist. Tatsächlich gibt es überhaupt keine Ähnlichkeiten, auch nicht im Verlauf der Geschichte. Und dass dieser Roman entstanden ist, gehörte auch nicht zu meinem Verarbeitungsprozess, denn wie gesagt: Er ist vorher entstanden, als diese Entwicklungen noch gar nicht in Sichtweite waren.

Ohne Frage nehmen Autoren Dinge in ihre Geschichten auf, die sie gesehen, gehört, erlebt haben. Allerdings muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass es die eigenen Erlebnisse sind. Ich weiß nicht, wie es Kollegen handhaben, ich kann ja nur für mich sprechen. Aber ich nehme mich und die Ereignisse in meinem Leben nicht so wichtig, als dass ich denken würde, sie müssten sich in meinen Geschichten wiederspiegeln. Dass ich in meinem zarten Alter eine gewisse Lebenserfahrung habe, die vielleicht meinen Stil prägen oder die Art und Weise, wie ich Themen sehe, behandele, damit umgehe, steht natürlich außer Frage. Dass man in meinem Alter schon alle möglichen Formen von Verrat und Betrug erlebt hat – keine Frage. Dass man Trennungen, Verluste hinnehmen musste, das Loslassen lernen musste – auch keine Diskussion wert. Natürlich ist das so! Ich hätte nicht gelebt, wenn mir so was nie passiert wäre!

Ich selbst habe so eine Lieblingsbeschäftigung und Ähnliches habe ich auch schon von Autorenkollegen gehört: Ich sitze einfach unheimlich gerne irgendwo und beobachte, was so um mich herum geschieht. Es mag Menschen geben, die sich scheuen, sich alleine in ein Straßencafe mitten in der Fußgängerzone zu setzen. Langweilig …

Langweilig? Nein, nicht für mich. Sicher, ich unterhalte mich auch gerne und kann leidenschaftlich diskutieren. Aber wenn ich alleine bin, kann ich auch das genießen. Ich schaue mir einfach die Menschen an, die an mir vorbeigehen. Wie sie miteinander sprechen. Wie sie miteinander umgehen. Wie sie sich bewegen, wie sie gekleidet sind. Wie ihr Gesichtsausdruck ist. Das ist interessant und überhaupt nicht langweilig. Und das funktioniert auch beim Arzt im Wartezimmer, in der Bahn und auf der Bank und überhaupt überall im Leben, wo man sich unter Menschen begibt. Man schnappt auf diese Weise Gesprächsfetzen auf. Auch wenn man den Zusammenhang nicht kennt, aber manche Dinge prägen sich ein. Genauso wie sich so mancher Mensch irgendwie einprägt, den man im Vorbeilaufen mal gesehen hat, den man eigentlich gar nicht kennt. Manche Menschen haben einfach eine mega Ausstrahlung. Die kann positiv sein, negativ, egal. Darum geht es gar nicht. Es geht um Eindrücke. Die kann man auch nicht vorsätzlich sammeln, die entstehen oder sie entstehen nicht. Ich habe auch schon viele Eindrücke aufgeschnappt, die sich, warum auch immer, in meinem Gedächtnis eingeprägt haben, wenn ich eigentlich gerade mit meiner Freundin essen war, mit dem Hund spazieren war oder was auch immer. Das sind Dinge, die man nicht planen und nicht gezielt tun kann.

Und manche dieser Eindrücke fließen in irgendeiner Form mit in meine Geschichten ein, genau wie Orte, die man mal besucht hat, Länder, die man bereist hat, Berufe, über die man mal nachgedacht hat.

Und nun kommen wir mal zur Erotik. Die buche ich unter „Lebenserfahrung“. Natürlich kann ich über Erotik schreiben, ich weiß ja um was es dabei geht. Bin schließlich alt genug. Muss es dann zwangsläufig so sein, dass ich dem Leser großzügig den Blick in mein eigenes Schlafzimmer ermögliche?

Da wurde schon argumentiert mit: „Ja, aber, dann wundert mich doch, dass du das so frei beschreiben kannst, wenn es nicht …“

Ja, das kann ich. Ich kann sehr gut und ohne Scham erotische Szenen schreiben. Essen, Trinken und Schlafen, das sind ganz natürliche Bedürfnisse des Menschen. Die können nicht dauerhaft unterdrückt werden, weil der Mensch sonst krank wird und im schlimmsten Fall sterben würde. Sexualität zählt aber auch zu den natürlichen Grundbedürfnissen des Menschen. Ich persönlich kann ein ausgiebiges Festessen mit mehreren Gängen ebenso anregend beschreiben wie ich die eine oder andere erotische Szene bschrieben habe. Lustig ist immer nur die Reaktion. Bei dem mehrgängigen Menü käme niemand auf die Idee mich zu fragen, ob ich dieses Menü genossen habe und wo (vielleicht um sich eine Restaurantempfehlung zu holen). Die erotische Szene aber … das ist doch garantiert Geplauder aus Sofias Nähkästchen. Und ist es das? Nein.

Autoren haben viel Fantasie, so ist das nun mal. Autoren können, deswegen sind sie Autoren, aus einem ganz einfachen Eindruck, den sie irgendwann mal irgendwo mitgenommen haben, ganz plötzlich, auch Jahre später noch, eine Geschichte entwickeln. Die bildet sich dann einfach, zumindest die Grundidee.

So, wie ich übrigens keine Frau getötet habe, um einen Thriller drüber schreiben zu können. Bei der Polizei war ich leider auch nie, obwohl es mein Traumberuf gewesen wäre (ich war diesem Verein zu klein). Ich war auch nie Rettungssanitäterin. Aber ich habe längere Zeit ehrenamtlich Sanitätsdienste für die Johanniter geschoben. Allerdings habe ich da am liebsten die Konzerte betreut, so konnte ich mir ohne Eintrittskarte die tollsten Gigs sichern und passiert ist ohnehin nie was. Was an meinem Thriller real ist, ist die Location. Ich habe mein ganzes Leben in Hessen verbracht und die Gegend, in der dieser Thriller spielt, ist mir vertraut. Auf die Idee zu diesem Buch bin ich durch ein wirklich tolles Haus auf einem sehr stattlichen Anwesen gekommen, an dem ich immer mal wieder vorbeikam.

Realistische Einflüsse bei „Mit Haut und Haar“. Patrizia. Allerdings nicht, weil ich mit ihr was gehabt hätte, sondern weil mir mal eine Frau begegnet ist, die von ihrer Persönlichkeit her so wirkte wie Patrizia in diesem Roman beschrieben ist. Es ist viele, viele Jahre her, aber die Lockenmähne hat sich eingeprägt.

Und nun auch gleich vorab beantwortet, was in „Jenseits von Katana“ an biografischem Inhalt enthalten sein könnte, der Roman der ja dann im August als eBook erscheinen wird: Denn die Protagonistin ist ja tot.

Das war ein Joint, von dem ich mir mal irgendwann eingebildet habe, ihn rauchen zu müssen. Den ich offenbar nicht vertragen habe, denn ein Teil von mir schwebte unter der Zimmerdecke und sah auf das elende Wesen von Sofia herunter, die auf dem Sofa saß und mit diesem ich-bin-stoned-Zustand überhaupt nicht zurechtkam. Der Teil von mir, der unter der Decke schwebte, dachte in diesem Moment: Scheiße, ich muss gerade gestorben sein.

War ich nicht. Irgendwann hörte auch das Schweben auf, für mich stand fest, das war der letzte Joint meines Lebens. Auch das ist viele Jahre her. Aber … durch diesen Zustand kam ich ein paar Tage später auf die Idee zu „Jenseits von Katana“.

Manchmal ist es einfach so einfach. 🙂

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